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   Sonne im Winter (El Quesir 2009 – ein Bericht, frei erzählt nach wahren Begebenheiten)

TC-Rudolstadt > Sonne im Winter (El Quesir 2009 – ein Bericht, frei erzählt nach wahren Begebenheiten)

Hallo Leute,

in den nächsten Wochen möchte ich Euch in loser Folge von unseren Erlebnissen 03/09 in El Quesir berichten.
Hier also Kapitel 1:


Uwe Trinks
Sonne im Winter

(El Quesir 2009 – ein Bericht, frei erzählt nach wahren Begebenheiten)

Inhalt:
1 Ein Abschied
2 Der Entschluss
3 Die Höhlen
4 Wieder ein erstes Mal
5 Der VIP Tauchgang
6 Der Napoleon
7 Houdini
8 Im Block
9 Unter der Brandung


Ein Abschied

Seltsam! Mir ist einigermaßen wehmütig zumute.
Alle sind da. Klopfen uns auf die Schulter, schütteln Hände und wir grinsen uns an. Als uns dann die Kerle noch an sich ziehen und uns links und rechts drücken muss ich schon mal schlucken. Hamata der Zodiakfahrer, sein Bruder der Instruktor, Hima, Tamer, Mohamed, Khaleed und all die Anderen. Mit den Jungs haben wir die letzten 2 Wochen einige Zeit verbracht. Schließlich haben sie uns die Zeit hier angenehm gemacht. Und für einen Spaß waren sie immer zu haben. So dauerte es auch nicht lange bis wir uns schon von weitem begrüßt, Hüte geschwenkt und andere große Gesten der Freundlichkeit ausgetauscht haben.
Auch die Chefin vor Ort Christine und Chris sind hier. Nur Sophie hat heute ihren freien Tag. So ist sie auch nicht auf dem Abschiedsfoto. Schade! Aber der freie Tag ist sicher besser als ein Foto für die ewig wechselnden Tauchtouristen.
Christine fährt unser Tauchgepäck die 300m von der Basis zur Rezeption, umarmt uns zum Abschied und entschuldigt sich, nicht den Service wie in Thailand bieten zu können.
Wir sind sprachlos.
Bald darauf sitzen wir im Bus. Es geht Richtung Flughafen an einigen Tauchplätzen vorbei. Unbeschreiblich schön! Sobald man den Kopf unter Wasser hat. Unbeschreiblich arm und unwirtlich wenn man an der Küstenstraße links und rechts schaut.
Ich denke darüber nach, ob die Fotos geworden sind. Auf dem kleinen Kameradisplay ist das nie so recht zu sehen. Höre gegenüber ein paar Holländer über die Urlaubspannen diskutieren, lehne mich an Solveig und sage in Gedanken zu mir: Ein geiler Urlaub!
Hoffentlich ist der Schnee weg, wenn wir zu Hause ankommen.
.


Kapitel 2 ...

Der Entschluss

So langsam gewöhne ich mich an den Gedanken innerhalb so kurzer Zeit ein weiteres Mal zum tauchen zu fahren. Nicht das ich was dagegen hätte!
Wenn da nicht die Sache zwischen Daumen und Zeigefinger wäre. Und die Arbeit, die zu erledigen ist. Und der Urlaub, der dann schon weg ist. Und die Vorhaben, die noch alle anstehen. Und, und, ...
Ich lasse mich überzeugen. Nein – ich lasse mich gern überzeugen!
Eigentlich ist im Herbst Tauchurlaubszeit. Alle 2 Jahre im Herbst. Das letzte Mal waren wir vor 6 Monaten.
Auf Mallorca in San Telmo. Auch eine Ecke die uneingeschränkt empfehlenswert ist!

Wir hatten rum gestöbert. Uns unterhalten wo wir, was, wie, haben wollen.
Raus gekommen war Süden von Ägypten, Tauchbasis mit gutem Hausriff, Landtauchplätze und ein Hotelangebot bei dem die Getränke inclusive sind. Nein nicht wegen dem guten Ägyptischen Wein! Wegen dem Wasserverbrauch beim tauchen. Vorsaison ist wegen dem Reibungskoeffizienten zwischen Daumen und Zeigefinger auch nicht übel. Das hat sicher auch den Vorteil wenig Leute im Hotel und auf der Basis zu haben. Denn wir würden gern schon so tauchen wie wir es wollen. Zeit haben, keine Unterwasserrasseln oder hinter einer Gruppe her hetzen. Schön in Ruhe schauen, fotografieren und Fische gucken ohne fremde Taucherflossen zu sehen. Schön tauchen eben!
Diving Carnelia schien das zu sein, was wir haben wollen. Eine Basis der Diving.de Gruppe. Gelegen zwischen Marsa Alam und El Quesir. Die Basis abseits vom einfachen 3 Sterne Hotel gelegen.
Ein Hausriff das ein kleines Wrack, im Einstiegsbereich eine Grotte, Korallengärten und eine steil abfallende Wand zu bieten hat. Hört sich doch nicht übel an. Die Wand wird bei 40m noch steiler und fällt auf über 100! Wird ja immer besser. Ein wenig im Norden 2 kleine Höhlen. Eine auf 32m, eine auf 43m. Da müssen wir hin!
Was das Netz so alles ausspuckt und die Tauchzeitschriften. Alles sehr vielversprechend.
Da fange ich doch glatt an zu träumen: Großes Gerät, edles Gemisch, Stages ...
Nein, nein! Schön tauchen! Auf der Seite steht auch das, was immer da steht: nicht tiefer als 30m, keine Deko Tauchgänge. Eine klitzekleine Mail Anfrage ergibt auch – kein Helium. Na ja, man kann ja mal fragen ...
Nitrox for free aus der Membrananlage ist ja auch was.
Gut, gebucht! Man lebt schließlich nur einmal!


Kapitel 3 ...

Die Höhlen

Es ist wie immer wenn so eine Vorbereitung läuft. Immer wieder gibt es was zu lesen, zu entdecken, was zu planen.
Mir lassen die Höhlen am Hausriff keine Ruhe. Ja, sie liegen außerhalb der vorgegebenen Limits. Aber auch außerhalb unserer Limits?
Auch Solveig war in den kalten, dunklen Steinbrüchen schon tiefer. Strömung könnte sein. Das kann haarig werden. Müssen wir vor Ort sehen und entscheiden.
Bei den Tauchplatzbeschreibungen ist eine Animation vom Hausriff zu finden. Immer und immer wieder schaue ich mir die an.
Ein Jetty über das Riffdach. Direkt nördlich neben dem Jetty eine flache Grotte. Den Einschnitt hinunter liegen der Kiel und die Spanten eines größeren Bootes auf ca. 22 - 28m. Fotos davon habe ich auch schon gefunden. Dann links halten um die Nase rum nach Norden. Langsam auftauchen bis auf 15 – 9m das Riffplateau erscheint. Ist nicht weit. 150m schätze ich nach der Karte hier zu urteilen. Dieses Plateau könnte der Startpunkt werden. Kurz vor dem nördlichen Ende einfach runter auf 30m. Schon müsste die erste Höhle zu sehen sein. Ein Stückchen tiefer und wieder wenig links die Zweite.
Hmm ...

Auch die anderen Beschreibungen klingen richtig gut. Von der Seekuh bis zum Delfin scheint alles mal in der Nähe vorbei zu kommen. Solveig bestellt schon mal Delfine.
Vom Steg aus geht auch das Boot zu den vorgelagerten Tauchplätzen oder zu Tagesfahrten wie der Salem Express oder Ephinstone.
Das Boot lassen wir in der Vorab Planung mal außen vor. So gibt es keine Seekrankheiten und wir haben ein größeres Budget für Zodiak und Jeeptouren.
Also diese Höhlen ... was müssten wir dafür tun um da hin zu kommen?
Zuerst mal Gelände erkunden vor Ort und die benötigten Tauchzeiten ermitteln. Dann einen genauen Plan machen. Aber man kann ja schon mal nachdenken.
Den V-Planner starten.
Es gibt 80cuf Flaschen. Entweder mit Nitrox 32 oder mit Luft. Vielleicht könnte man ja mal Beides bekommen? So wenn mal keiner weiter da ist. Mit EAN 32 flach zum Plateau, wechseln auf Luft, runter, beim auftauchen wieder wechseln. Das gibt Zeit und Reserven satt um mal den Kopf in das Korallenloch zu schieben. Alles schön mit Luft gerechnet. EAN nur um Reserven zu schaffen.
Im Handy läuft j-deko. Den Laptop brauche ich also nicht. Gut, dann packe ich die Stage Befestigungen und auch noch 2 Regler mehr ein. Tauchgepäck kostet ehh extra, brauchen wir uns auch nicht einzuschränken.
Das wird gut! Nun werde ich langsam hibbelig. Lass uns los fliegen!


Kapitel 4 ...

Wieder ein erstes Mal

Es ist wunderschön! Wir sind unterwegs und über den Alpen.
Keine Wolken zu sehen, der Himmel tiefblau und senkrecht nach oben nachtschwarz. Weiß leuchten die schneebedeckten Gipfel zum Flugzeugfenster herein. Fast könnte man meinen sie berühren zu können. Kahl erstrecken sich die steinigen Hänge ins grüne Tiefland und dann ist es schon da – das Meer. Das Mittelmeer.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Es geht weiter. Zum ersten Male kann ich auf der Strecke so viel sehen. Naja, nicht das ich sie schon 20 mal geflogen wäre. Die meisten meiner Tauchgänge sind eben doch Süßwasser Tauchgänge in Deutschland. So einige Ecken in den größeren und kleineren Meeren sind zwar dabei. Indischer Ocean, tauchen an der Grenze des Atlantic zum Indischen Ocean, Mittelmeer, Ostsee und eben auch das Rote Meer. Aber gegen ein ganzes Jahr zu Hause kommt ein kurzer Tauchurlaub eben nicht an. So ist eine solche Reise immer etwas ganz besonderes für mich.

Ich sehe mich noch 2000 in Safarga.
Das erste Mal am Roten Meer. Kaum zu glauben wie so etwas wahr werden kann. Noch vor 50 Jahren eine unwägbare Expedition! Jetzt – auf 10 min. genau planbar. Na gut, auf 2 Stunden genau. Wir sind in Ägypten.
Damals sind wir gegen Morgen im Hotel angekommen. Hatten die Zimmerschlüssel in der Tasche und die Meute suchte ihre Quartiere. Bernd und ich krachten das Gepäck an den Strand, leckten den ins Wasser getauchten Finger ab, grinsten uns an, klopften uns auf die Schulter und sahen die Sonne aus dem Meer aufsteigen. Wir waren am Roten Meer! Wir waren glücklich! ...

... Die Turbinen rauschen und unter uns windet sich der Nil. Ich habe wohl etwas geträumt.
Das Land sieht einfach trostlos aus. Steinige Berge, durchzogen von sandigen, offenbar markierten, Pisten. Dann wieder eine sandige Ebene. Wüste ist das alles. Egal ob Sand oder Stein.
Wir fliegen tiefer. Marsa Alam ist nicht mehr weit. Eine Schleife führt uns über Port Galib. Den Hafen kenne ich von 2006, unserer Safari in den Süden. Er ist groß geworden seit dem. Aber leer liegt er jetzt da. Ist eben noch keine Saison.

Damals waren wir als letzte abends auf dem Boot eingetroffen. Die Haeven Diamond, ein klasse Schiff! Noch am Abend hatten wir die Befürchtung sämtliche Rotweinvorräte für die ganze Fahrt vernichtet zu haben. Die See rächte sich grausam am nächsten Morgen ... Die Tauchgänge der Fahrt, der Service und die Freundlichkeit der Besatzung sind unvergessen. Unvergessen ist auch das Schiff, das nun als Wrack auf dem Grund des Meeres liegt.

Doch nun sind wir nur noch wenig von neuen Abenteuern entfernt. Wir sind gespannt und voller Vorfreude. Nur wenige Sachen könnten uns den Urlaub vermiesen.
Eine mittelprächtige Erkältung zum Beispiel.
Glücklicherweise bin ich kurz vor dem Abflug wieder einigermaßen fit geworden. Den forschenden Pharmakonzernen sei Dank.
Unglücklicherweise habe ich wohl Solveig damit angesteckt. Sie hustet und tut sich schwer. Hoffentlich geht das gut!
Also auch jetzt immer schön aufpassen. Wenigstens die direkte Düse der Klimaanlage im Bus wegdrehen, zudrehen, ausschalten. Aus irgendeiner Ecke zieht es aber immer kalt. Ich setze mein Tuch auf. Das Schöne, mit der Aufschrift LadyHead. Steht aber nur ganz klein drauf. Bin doch kein Mädchen! Solveig hat ja noch ihre Haare und so stört sie das nicht ganz so.
Und dann sind wir da!
Genau so wie wir uns das vorgestellt hatten.
Im Osten das Meer. Im Westen die Wüste mit Bergen. Im Süden eine Weile nichts und im Norden in einiger Entfernung das nächste Hotel. 5
Die Basis haben wir im Vorbeifahren schon gesehen. Etwas außerhalb, südlich des eigentlichen Hotels. Gut so! Auf die Art gibt es da wirklich nur Taucher.
Wir lassen uns Zeit. Die Basis hat heute schon zu und wir machen nur noch eine Erkundungsrunde.
Einmal durch die Hotelanlage und den Wüstentrek zur Basis. Was ist das? Iss nich geschlossen?! Offenbar wollten nicht alle neu Angekommenen das einchecken auf morgen legen. Da nutzen wir doch die Gelegenheit. Sagen Hallo, wir sind auch neu und kommen morgen zum Papierkram wieder.
Für die kurze Strecke zur Basis kommt ein Pick Up und lädt unser Tauchgerödel auf. Also der Fahrer lädt auf. Chris, einer der Deutschen hier.
Nach einer Basisrunde steht der übliche Schriftkram an. Brevetkontrolle, Tauchtauglichkeit, Logbuch, Haftungsausschluß. Hast Du nicht noch was Anderes als Brevet fragt Chris als ich mal vorsorglich die Trimixkarte hin lege? OK, ich geb den Rescue hin. Die Formulare sind geschrieben. Wie fast immer kommt nun der Checktauchgang nach einer ausführlichen Einweisung in das Tauchgebiet Hausriff.
Endlich! Wir wollen ins Wasser! Klares Wasser sehen, nicht frieren, Fische gucken, sich von der Strömung tragen lassen! Dafür setzen wir doch gern mal die Maske ab und nehmen den Automaten raus um Blasen zu blasen.
Und es ist wie fast jedes erste Mal! Einfach umwerfend! Herrlich! Wundervoll! Noch bevor wir die vereinbarten 5m für den Check erreicht haben wissen wir, dass wir hier richtig sind. Schwärme von Fischen stehen an der Korallenwand, Kugelfische kugeln sich auf einzeln stehenden Blöcken, Flötenfranze – ähh Flötenfische stehen kreuz und quer im Weg, Papageienfische nagen unter dem Steg und vorn lockt das unendliche Blau! Ich muss aufpassen! Nun bin ich dran - Check! Wir sind schließlich nicht zum Vergnügen hier - schmunzel- ! Nee - ist ganz easy. Schweben, dabei Maske absetzen, weiteratmen, wieder aufsetzen, ausblasen, Regler rausnehmen, Blasen machen, Regler rein und weiteratmen. Fertsch!
Wir sind entlassen. Wir gehen tiefer und wenden uns nach links. Es ist der Erste eines klasse Tauchurlaubes!


Kapitel 5 ...

Der VIP Tauchgang

Die Zeichen „bekomme keinen Druckausgleich“ und „lass uns auf der Tiefe bleiben“ beenden das Sinken. Das wird wohl jetzt nix mit dem Hausriffwrack. In Ordnung, wir haben hier noch einige Tage. Das wird schon noch, denke ich, bestätige und wir biegen nach Norden ab.
Das kleine Plateau ist wirklich der Hammer. An einem winzigen Einschnitt zuvor kreist ein Schwarm Füssiliere. Fahnenbarsche wimmeln um einzeln stehende Blöcke, auf der Sandfläche ruhen sich Kugelfische aller Größen aus und in der Rochengarage, einem kleinen Überhang, liegen wieder zwei Blaupunktrochen. Verschiedenste Hartkorallen in allen Farben stehen in der leichten Nordströmung und scheinen sich über den Rand der Ebene in die Tiefe zu stürzen. Wimpel und Falterfische gaukeln zwischen den farbigen Ästen und scheinen jeden Moment irgendwo anzustoßen. Dazwischen wuseln die kleinen blauen Drücker.
Wir können uns nicht satt sehen. Suchen uns eine neue Position zum Schweben im Strömungsschatten und beobachten weiter. Die guten Stellen sind leicht zu finden wenn man nach dem Standort kleiner Schwärme oder größerer Fische schaut die ruhig im Wasser stehen. Es macht Spaß sich mit der Strömung an einen Ort treiben zu lassen und einzuparken. Es funktioniert wie das anlegen mit einem Boot gegen die Strömung oder die Einfahrt in ein Kehrwasser. Ein wunderbares Spiel!
Aber es ist Zeit für den Rückweg. Wir wissen schon: beim austauchen am Steg gibt es massig Fisch zu sehen und tolle Fotomotive. Also planen wir ein wenig Zeit dafür ein.
Abends auf dem Bett ist Fotoschau angesagt. Der kleine Kamerabildschirm lässt keine abschließende Beurteilung zu. Trotzdem fallen eine Reihe Bilder schon jetzt der Zensur zum Opfer.
Solveig hustet und schnieft. Das hört sich nicht gut an!
Am nächsten Morgen geht nichts mehr.
Mein Lieblingsbuddy passt und sagt das tauchen ab. Die Ohren sind dicht.
Och neee! Jetzt ... im Urlaub ... in Ägypten!
Ich bin einigermaßen niedergeschlagen. Auch noch, als ich von Solveig grün bekomme allein losziehen zu können.
Nein, nicht allein tauchen – nur ohne sie. Heiko und seine Frau sind meine „Opfer“ . Wir vereinbaren, dass ich mich an sie dranhänge. Wir saßen die Abende schon zusammen und die Chemie stimmte. Das sollte also gehen.
Beim aufrödeln erscheint noch ein einzelner Taucher aus einem anderem Hotel. Gut – ich habe einen neuen Partner.
Ein gestandener Herr, dem ich einiges zutrauen würde. Im Gespräch zeigt sich, er ist noch nicht so lange dabei.
Schön, dann heute flach nach Süden. Da haben wir auch sehr schöne Blöcke ausgemacht.
Zwar brauche ich mehr als ein Auge für meinen Partner, aber es macht Spaß. Auch er ist glücklich und hat glänzende Augen als wir aus dem Wasser kommen. Gut so!
Am Nachmittag kommt es noch dicker.
Ich bin zum tauchen freigestellt und wir haben uns zeitnahe zum Kaffee an der Poolbar verabredet. Mein Schatz pflegt derweil die Ohren und schmökert etwas.
Auf der Basis ist es ruhig.
Nein – Hausriff ist nicht, sagt Christine, die Chefin hier.
Tut uns leid. Die Welle steht genau von Süden auf dem Steg. Da ist der Ausstieg dann zu gefährlich. Ich schaue auf das Meer und schmolle in mich rein. Jee !– was soll da sein?
Kommt wirklich nur 3 Tage im Jahr vor, werde ich getröstet. Hilft aber nur bedingt.
Eigentlich sind wir zum tauchen hier. Nun ist mein Schatz ausgefallen und ich kann hier auch nicht rein. Grummel.
Wir haben vorhin die Anderen nach Zerib Kebir gefahren, versucht die Chefin mich auf Trab zu bringen. Willst Du da auch hin?
Einen Moment brauche ich. Zerib Kebir, der reguläre Platz für die Checktauchgänge.

Geschrieben steht: Ist immer mehr als einen Tauchgang wert. Jaja – irgendwie müssen die Leute ja begeistert werden – geistert es mir durch den Kopf. Und außerdem regt sich mein schlechtes Gewissen. Soll ich jetzt auch noch weg fahren?
Tauchgeil bin ich aber schon ... OK, telefonisch lass ich mir grün geben, ergebe mich dem was da kommen mag und bin eigentlich schon wieder versöhnt.
Sophie kommt mit Dir mit, eröffnet mir Christine während ich meine Kiste packe.
Ups – Basisaufsicht von einer attraktiven jungen Dame weil kein Tauchgast weiter da ist! Hmm. Die zwei Frauen unterhalten sich während der Fahrt. Ich sitze hinten im Pick Up und tue mich etwas schwer mit der Situation.
Ganz so war das nicht geplant. Eine Extrawurst wollte ich auch nicht. Ein wenig unsicher beteilige ich mich am Gespräch.
Am Tauchplatz sind wir logischerweise die letzten die ankommen.
Sophie erklärt den Tauchplatz, schlägt vor nach Süden zu gehen. Über die Sandfläche an den einzeln stehenden Bock, dann rechts nach Süden an der äußeren Riffwand entlang zum ersten Canyon, zum zweiten Canyon, ...
Ich versuche zu bremsen. Ähm – ich bin nicht so der Schwimmer, glaube der erste Canyon und zurück, das reicht.
Gut sagt sie, ist mir recht!
Ich freue mich.
Das Aufrödeln geht schnell, wir machen einen Check, ach ja was ich noch sagen wollte: Wenn ich mal keine Maske auf habe und dabei am Ventil drehe ist das kein Notfall!
Sophie nickt, ist ok. Ich freue mich noch mehr.

Bessere Bedingungen zum üben gibt es ja nicht. Also hab ich mir angewöhnt auch im Urlaub bei jedem Tauchgang ein paar Übungen zu machen. Das Standartprogramm eben.
Der Tauchplatz ist ganz anders als das steil abfallende Riff vor der Basis. Langsam fällt der Sandgrund bis auf 8m und dann zügig bis auf deutlich über 20m.
Bei den späteren Tauchgängen sollten wir dort immer einen Schwarm kleinerer Barrakuda sehen. Sie umkreisen uns und unversehens ist man mitten drin. Leider gelingen die Fotos nicht die ich mache als der Schwarm zwischen Solveig und mir steht.
Halt, ich greife vor, das kommt erst später ...

Am einzelnen Block wollen wir abbiegen, doch stop, was ist das?
Ein Oktopus gleitet durch die Spalten herab und macht sich wieder unsichtbar.
In Richtung Blauwasser steht ein Feuerfisch frei vor dem dunklen, blauen Wasser. Eingerahmt von bunten Hartkorallen. Der weiße Sand gibt einen zusätzlichen Kontrast zu dem einzeln stehenden Block.
Man könnte ja doch mal Lotto spielen, schießt es mir durch den Kopf. Jetzt eine Kamera mit einem fetten Weitwinkelobjektiv und dem dicken Leuchtdiodenring mit äquivalenten 100 Halogen W vorn drauf! Das wäre es!
Ahh, da! Der Kollege Kopffüßler wird wieder sichtbar, macht sich auf den Weg über die Sandfläche zur Riffwand und wird dort wieder unsichtbar. Klasse!
Wir nicken uns zu und schmunzeln in uns rein. Ein guter Start. Auch weil ich das Foto -freischwimmender Oktopus- im Kasten habe.

Die Formationen sind einfach berauschend. Wie Felswände mit Graten und Türmchen mit Tälern und Hochebenen, Neuschwanstein noch oben drauf. Phantastisch!
Wir kommen an einer großen Tischkoralle vorbei. Sie erscheint mir wie eine Modelleisenbahn, nein, ein Modellaquarium.
Auf der Koralle, kleine Korallen die die Oberseite des Tisches bunt gestalten, kleine Fischchen die sich in den Nischen verstecken und größere, die darüber hinweg streifen. Ich bin hin und weg.

Als wir das nächste Mal stoppen, ziehe ich die Schreibtafel raus, schreibe -Übung- drauf und reiche sie meinem Buddy. Ohne eine Antwort abzuwarten setze ich die Maske ab, hänge sie über den Unterarm, greife nach hinten und drehe mein Ventil zu. Gut, die Hände wieder nach vorn und dann alles wieder auf Ausgangsposition. Soll heißen: Flasche auf, atmen, Maske auf, ausblasen, Tiefe kontrollieren -passt- Blick zu Sophie. Sie gibt die Tafel zurück und nickt. Alles in Ordnung. Wir können weiter.
Wie ein heller Fluss schlängelt sich der Sandgrund dem Gebirge aus Korallen entgegen. Sprengt sich eine Lücke in die undurchdringlich erscheinende Wand und weitet sich zu einem grandiosen Kessel. Wir sind im Canyon. Ein Amphitheater könnte nicht beeindruckender sein mit seinen sich nach oben erweiternden Rängen. Im Flachen, auf den oberen Rängen sitzen die dicken Brocken in der Sonne. Hier sind die Logen wohl ganz oben. Oder doch nicht? Aus der Nähe betrachtet sieht das Riff wie ein Käse aus. So mit Löchern durchzogen. In einige würden durchaus Taucher reinpassen, wenn da nicht schon der Hausherr Zacki da wäre. Die Zeit rennt und wir treten den Rückzug an. Durch die Schlucht, die an Helms Klamm aus Herr der Ringe erinnert, in Richtung des blauen Wasser. Ein Blick nach oben verstärkt die Kontraste. Gut sieht das aus!
Wir sind fast am „Wir-biegen-jetzt-nach-links-auf-den-sandgrund-ab-korallenblock“ als mein Guide ein Zeichen macht und in den Korallen verschwindet.
Holla, hier ist ja das reinste Labyrinth! Wir tauchen durch schmale Durchgänge unter Überhängen in Koralleninnenhöfen und überall zweigen Grotten und Höhlen ab. Ohh man ist das heiß! Ist das schön! Jede Einzelheit sauge ich in mich auf.
Immer wieder verzweigt sich der Weg, gibt Räume frei, verengt die Richtung führt fast zum Ausgangspunkt zurück. Wir sind schon flach und so kommen auch die Farben gut zur Geltung.
Beim Briefing hatte ich aufgepasst, ich kenne die Richtungen, weiß wo wir sind und bin nicht überrascht auf der Sandfläche in der Nähe des Einstieges herauszukommen. Ich bin hin und weg. Hier müssen wir noch mal her!
An Land ist nicht mehr viel los. Nur ein Pick Up wartet auf unser Gerödel und ein Bus auf uns.
Wir sind die Letzen. Trotzdem gibt es den obligaten süßen, schwarzen Tee. Ich bedanke mich bei Sophie.
Sie schreibt in mein Logbuch: Danke für einen super entspannten Tauchgang.
Ein guter Tag!


Kapitel 6 ... das Abenteuer geht weiter ...

Der Napoleon

Freundliche Gesichter auf dem Jetty. Die Jungs springen auf als wir ankommen. „Give me a coin“ scherzen wir. Und wir geben unsere „Münzen“ ab. Die Marken für die Flaschenausgabe, die Blauen für das Nitrox.
Die Besatzung weiß schon, was sie von uns zu halten hat. Wir können das Gas selbst analysieren, unser Gerät zusammen bauen, uns alleine anziehen und bekommen auch die Flossen an die Füße. Wir tauchen nicht hustend ohne Maske auf, verlieren nicht unseren Tank beim reinspringen und können unsere leere Flasche auch selbst auf den Transportwagen legen.
In den ersten Tagen ergaben sich lustige Tänzchen. Die Helfer springen auf einen zu sobald man den Fuß wieder auf dem Steg hat. Flasche zudrehen, Regler abschrauben, Befestigung lösen, Tank abnehmen innerhalb von 30 Sekunden ist die Spezialität ;-)
Nun, das mache ich aber auch ganz gern selber. Also schickte ich Solveig als Opfer vor. So ist schon einer der Jungs beschäftigt. Der andere kommt auf mich zu. Nice dive, very nice, many fish versuche ich mich in englisch. Er versucht von links an meine Ausrüstung zu kommen. Ich steppe entgegengesetzt. Er schmunzelt. Meint wohl ich bewege mich ungeschickt. Na, bin auch nicht so der Tänzer. Wir stehen uns wieder in Ausgangsposition gegenüber. Diesmal drehen wir uns anders herum, stehen uns wieder gegenüber und grinsen uns an. Thank you, thanks, i can self ... versuche ich eine neue Tanzrunde zu umgehen. Solveig und Hamata -der Zodiakfahrer- die das Spielchen schon kennen amüsierten sich prächtig!
Ich darf selbst :-)

Wir haben aufgerödelt und springen ins Wasser. Die Flötenfranze stehen wieder als Unterwassermikado direkt am Steg und lassen sich auch nicht durch springende und blubbernde Taucher beeindrucken. Der Jokerstabflötenfranz lässt dunkelblaue Streifen über seinen langgestreckten Körper laufen. Wusste nicht, das die Flötenfische das auch können. Im Bestimmungsbuch steht: die Streifen sind der „Schlafanzug“. Aber einer spielt den ganzen Tag damit. Anziehen, ausziehen ... ist bestimmt eine Flötenfischfrau?!
Wir wollen einen weiteren Anlauf zum Wrack unternehmen. Bisher war das ja noch nichts. Ich freue mich, dass Solveig wieder auf dem Damm ist.
Wir lassen uns ins Blau fallen. Ein herrliches Gefühl.
Kurz Druckausgleich, NEIN!, noch mal probieren, ochh nee! Kein Druckausgleich bei mir.
Solveig entschwebt. Ich bleibe zurück, kann sehen wie sie dem Ziel entgegen fällt. Sie wendet den Kopf, blickt sich um und ich zeige mit dem Daumen auf das Ohr. Mit ihren schönen Zähnen und ohne Regler zeigt sie mir ein strahlendes Lächeln bevor sie wieder zu mir auftaucht.
Das Wrack will uns nicht. Wir schauen Fische und fotografieren.
Es ist schön, meinen Lieblingsbuddy dabei zu haben. Ein Blick genügt um zu sehen ob alles im Lot ist, ein Kopfnicken um die Gedanken des Anderen zu bestätigen. Beim Fotografieren ist sie unersetzlicher Beleuchter, Modell und Sicherungstaucher in Personalunion. Wenn ich nach endlosen Minuten des Einstellens und auf das Motiv starren wieder aufblicke, schwebt sie elegant an der Stelle an der ich sie erwartet habe. Nur manchmal, wenn ich gar zu sehr rum trödele, scheint ein Strom der Ungeduld an mir vorbei zu ziehen. OK – gibt noch mehr Motive!

Was sagen Zeit und Tiefe? Gut, noch ausreichend Reserven, machen wir uns auf den Rückweg und schauen noch mal an der kleinen Grotte vorbei.

Macht mal Platz hier, möchte man sagen.
Vor dem Eingang auf 3m stehen Schwärme von Fischen. Oder soll ich sagen ein gemischter Schwarm? Haufenweise verschiedene Fische eben. Langsam lassen wir uns in den Eingang fallen. Nach innen geht es ein wenig tiefer. Langsam, schön tarieren! Die Flossen hinten hoch, vorsichtig, nur aus dem Fußgelenk kommt der Flossenschlag.
Die roten Großaugenbarsche und Husarenfische weichen zu Seite schauen uns mit ihren großen Augen fragend an. Keine Angst! Wir fotografieren nur. Für das Abendessen ist das Hotel zuständig! Wundervoll bahnen sich die Sonnenstrahlen einen Weg durch die durchbrochene Decke. Sie zaubern ständig wechselnde Effekte. Geheimnisvoll lockt die nächste Kammer. Wir atmen vorsichtig etwas tiefer ein. Wie in Zeitlupe schweben wir vor dem Loch zu einer nahezu kugeligen Kammer. Auch hier tummelt sich ein Schwarm kleiner Schnapper und Barben in den Lichtstrahlen. Der Korallenblock zeigt von hier aus weitere Fenster zu kleineren und größeren Hohlräumen. An den Fenstern flitzen die Riffische vorbei wie in einem Sealive-Aquarium.

Bei einem anderen Tauchgang hatten wir uns gewundert warum keine Fische an der Grotte standen. Das Rätsel war schnell gelöst. Die Lösung war beeindruckend. In eben dieser zweiten Kammer lag eine große, stattliche Muräne völlig frei mit dem Schwanz zu uns gewandt. Der Kopf zeigt von uns weg.
Wenn ich hier groß sage meine ich wirklich groß!
Wir schweben im Eingang und staunen.
Der Schwanz ist vielleicht noch einen Meter entfernt.
Ich versuche zu fotografieren. Da bewegt sich der Beherrscher der Rifflöcher!
Langsam überstreckt das gewaltige Tier den vorderen Teil seines schlangenartigen Körpers, biegt ihn nach hinten und schaut mit unten liegenden Augen und offenem Maul wer zu stören wagt.
Die nadelspitzen Zähne mit der eigenartigen Anordnung im Oberkiefer, der jetzt ja unten ist, sind deutlich zu sehen.
Ein unvergesslicher Anblick, kraftvoll, selbstbewusst. Uns ist klar, wir sind unerwünscht.
Langsam ziehen wir uns zurück.
Die Fotos habe ich aussortieren müssen. So bleiben nur die Bilder vor dem geistigen Auge.

Die nächste Kammer, rechts habe ich bei einem anderen Tauchgang erkundet. Sie ist eng und der Zugang ebenfalls. So werfen wir nur einen Blick hinein.

Jetzt mahnen die schwindenden Reserven aber zum Rückzug. In diesem Gelände sollte man die Grenzen wohl besser nicht ausloten. Zwar ist es hell und der Weg ist auch eindeutig aber stellenweise ist es eng und auftauchen geht eben nicht.

Auf dem Steg, fröhliches Geschnatter. Have you see napoleon, fragt Hamata. No napoleon, radebreche ich, you make a joke! Energisch schüttelt Hamata den Kopf: No joke! Napoleon today on the jetty, and yesterday and tomorro! Wir haben bei all den Tauchgängen keinen gesehen! No no, scherzen wir, Napoleon not at home here! Wir sind nicht traurig. Wir haben viel erlebt!

An der „Taucherbar“ der Basis gibt es Kaffee und Tee non Limit. Wir schreiben Logbuch und unterhalten uns über die noch „offenen Tauchgänge“.
Zu gern möchte ich an die Höhlen unter dem Nord Plateau!
Die Stagebefestigungen haben wir dabei. Auch Regler dafür. Einen Plan hab ich auch. Und die horizontalen Entfernungen sind nun bekannt.
Die Umstände sind aber gegen uns.
Es ist einfach nicht sicher, dass wir beide bei dem entscheidenden Tauchgang problemlosen Druckausgleich bekommen.
Wenn wir also auf der Basis Wellen machen, uns für den Tauchgang Luft und Nitrox geben lassen wollen, uns auf Erfahrung und Ausbildung berufen, offensichtlich also gegen die Regeln verstoßen werden, dann muss es auch klappen!
Das ist aber nicht gesichert.
Schweren Herzens stimme ich zu auf das Ziel zu verzichten. Es hat einfach keinen Sinn Aufregung zu verursachen nur um hinterher zu sagen: hat nicht geklappt!
Die Höhlen sind abgehakt.
Ich hole mir noch einen Kaffee. ... Möchtest Du noch einen Tee?

Wart ihr schon am Gerüst?
Die Frage dringt in meinen Kopf während ich so den letzten Tauchgang innerlich vorbei ziehen lasse.
Am Gerüst, im Süden, ganz da hinten? Nöö, da waren wir noch nicht.
Aber ihr seid doch die, die immer die 80 Minuten machen?!
Ja, die sind wir. Wir schwimmen aber nicht so gerne.
Manchmal frage ich mich warum einige wie verrückt rum düsen und Strecken schwimmen, die ich nicht freiwillig zum Training absolviere.
Mir reicht es völlig an einer spannenden Stelle regungslos zu hängen und zu beobachten. Und spannende Stellen gibt es hier unzählige! Und Fotomotive auch!

Wir nehmen das Gespräch zum Anlass und vereinbaren das Zodiak zu nutzen.
Das geht ganz einfach. In Liste eintragen, auf den Steg gehen, dem Zodiakfahrer sagen was man möchte.
One way und zum Steg zurücktauchen -ok-,
one way vom Steg tauchen und holen lassen -kein Problem-,
an eine Stelle fahren und auch wieder abholen lassen -selbstverständlich-!

So kommen auch wir an das Gerüst. Eine Eisenkonstruktion die zu Forschungszwecken im Wasser liegt. Der Bewuchs soll dokumentiert werden. Noch ist nicht viel los auf dem Metall. In der Umgebung allerdings tobt der Bär. Naja – der Rifffisch halt.
Ich hätte nicht geglaubt wie groß ein Feilenfisch werden kann und der Fledermausfisch, von dem alle geschwärmt hatten, ist auch da. Mit einiger Geduld, Gerüst links – Gerüst rechts – hinter der Strebe – schön von hinten, entstehen auch einige schöne Fotos mit Freiwasser im Hintergrund. Der ist aber auch groß. So richtig fällt das erst auf dem Bild auf. Im Vergleich zu den kleinen Drückern und Fahnenbarschen.
Zeit um wieder nach frischer Luft zu schnappen, immer diese Konserven!
Wir hatten 70 Minuten Tauchzeit vereinbart und so machen wir uns auf 6 Metern auf den Weg ins Freiwasser. Weg vom Riff mit seiner Brandung.
Schön austariert schweben wir im unendlichen Blau. Rundum nichts als Blau. Nur über uns rollen sichtbar die Wellen entlang.
Spool bereitmachen und an Brust D Ring hängen, Tarierung kontrollieren, Boje hervorholen und entfalten, Tiefe ok, Boje und Spool verbinden, Tiefe passt, Boje mit Ausatemluft füllen dabei ein wenig kopflastig werden und die Tiefe weiterhin halten. Gut, ist alles frei? Dann los! Das Spool tanzt und die Boje schaukelt an der Oberfläche.
Wir tauchen langsam auf und stoppen noch einmal auf 3 Metern.
Als wir die Köpfe über Wasser haben kommt auch unser Taxi schon. Es ist eine Lust!
Nice dive? Nice dive! Ähmm – big Fledermausfisch auf englisch?! Wir zeigen das ok mit beiden Händen. Have you see napoleon? Napoleon, no! No, napoleon not at home here! Der Driver winkt lachend ab.
Das Ritual ist vollzogen und wir haben Hunger.
Also machen wir uns auf den Wüstentrek zu Oase am Horizont.
Dort soll es Wasser und Nahrung geben ...
Aber am Nachmittag sind wir wieder hier!


... und hier: Kapitel 7 ...

Houdini

Cool! Eine Handdrehung lässt aus dem kleinen roten Tuch eine Rose werden, verwandelt sich wieder zurück und ist anschließend spurlos verschwunden!
Wo kam es eigentlich am Anfang her?
Wir stehen nach dem Tauchgang am Steg. Das Tauchzeugs, ohne Flasche, noch an, tropfnaß, mit den Flossen in der Hand und lassen uns von der Vorstellung verzaubern.
Der einzige, na sagen wir beinahe, blonde Jüngling der Basis steht neben uns und führt seine Kunststücke vor. Alles inclusive! So wie wir es gebucht hatten ;-)
Wieder sind wir überwältigt von der Freundlichkeit und Offenheit der Leute hier.
Es ist schön hier Urlaub zu machen, Zeit zu haben und sich auf die Gegebenheiten einzulassen.
Das Tuch erscheint wieder und wir wissen nicht wo her. Wir spenden Applaus!
Houdini, so nenne ich unseren Freund in Gedanken, freut sich. Wir auch. So machen Urlaub und tauchen Spaß!
Gegen abend räumen wir unsere Ausrüstung auf den Jetty. Wir wollen heute Nacht tauchen. Das Tauchgebiet kennen wir vom Tage her recht gut und es ist auch nicht unser erster Abstieg bei Dunkelheit hier. Noch im Hellen lässt sich der Tauchgang aber besser vorbereiten. Das wollen wir tun.
„Alles im Lot, auf´m Boot?“ begrüßt uns Houdini.
Häää? Er kann doch gar kein Deutsch! Beinahe bleibt uns der Mund offen stehen.
Trotzdem antworten wir schlagfertig: „ Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff!“
Nun ist es an Houdini aufgeregt zu sein. Den Spruch kennt er nicht, muss er aufschreiben!
Er kann wirklich kein deutsch. Irgend jemand hat ihm den Spruch bei gebracht. So schreibt er auf: „Aläss iim Grif au den singende Schief“ Nein nicht so – sondern in Ägyptisch! Sieht lustig aus wie er von rechts nach links irgendwelche Zeichen malt.
Wir erklären, in versuchtem englisch, was das sinngemäß bedeutet.
Als er fertig ist liest er in deutsch vor: „Aläss iim Grif au den singenden Schief“
Wir sprechen nochmal langsam vor: „ Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff!“
Er fügt Zeichen ein, verbessert und liest wieder vor: „Alläss in Grif auf den sinkende Schif“
Klingt schon richtig gut. Nach noch zwei Verbesserungen ist es perfekt: „ Alles im Griff auf den sinkende n Schiff!“
Ist gut zu verstehen! Houdini gibt sich ziemliche Mühe. Ein cooler Kunde!

Wir bauen unsere Geräte zusammen, checken sie und sichern sie auf den Bänken. Die Lampen liegen, ebenfalls überprüft, bereit für einen spannnenden Tauchgang.
Unwirklich schälen sich die Konturen aus dem Riff. Wie kleine Berge erheben sich die Blöcke aus der steilen Wand. Peitschenkorallen strecken ihre Arme gespenstisch nach uns aus. Trifft das Scheinwerferlich auf einen einzelnen Block, sieht er aus wie ein im Augenblick erstarrtes Feuerwerk. In Richtung See verschwindet das Licht im Nirgendwo. Phantastisch!
Viele Fische schlafen jetzt. Andere sind auf Beutezug. Wie die Muräne, die aus ihrem Versteck die Umgebung mustert und sicherlich einem Nachtmahl nicht abgeneigt ist.
Der Schein unserer Lampen streift einen großen Igelfisch. Er erwacht, verdreht seine halbkugeligen, außen sitzenden Augen und schwimmt los. Direkt vor die nächste Koralle! Wieder dreht er die Augen hin und her, rudert halb im Schlaf, mit den Brustflossen, umschifft die Koralle und legt sich im Schatten wieder hin. Drollig, tollpatschig, der verschlafene Kerl!
Ja wir wissen: Störe nicht die Riffbewohner!
Der Anblick war trotzdem köstlich und der Igelfisch hat die Nacht hoffentlich unbeschadet überstanden!

Morgen bringen wir Houdini, „Hektik ist des Tauchers Tod!“ bei! Wir blinzeln uns zu.


Kapitel 8 ...

Im Block

Wir sind zum wiederholten Male hier.
Geplant war ein Tauchplatz mit senkrechtem Einstieg in das Riff und einem waagerechten Tunnel in das Freiwasser.
Aufgrund der Welle besteht aber die Gefahr, das der Rückweg schwierig wenn nicht gar unmöglich ist. Die Wellen schlagen über das Riff und das Wasser fließt durch Löcher und Spalten zurück. Auf die Art kann eine ziemlich heftige Strömung seewärts entstehen. Das Auftauchen an der Riffkante wäre bei dem Seegang ziemlich unangenehm. Der Pick Up am Strand nützt da auch nichts. Bei diesen Landtauchplätzen müssen eben einfach die Umstände mitspielen. Heute waren wir nahe dran. Wir waren schon unterwegs als die Umplanung bekannt gegeben wurde.

Macht es Euch was aus wenn wir nach Zerib Kebir fahren?
Naja, ihr wart da ja schön öfter?!
Nöö – macht uns nix!

Für diesen Fall hatten wir schon mal Plan B gemacht.
Es ist der Platz an dem ich zuerst mit Sophie war und mittlerweile auch noch zwei mal mit Solveig. Der Süden des Tauchplatzes ist so spannend, dass wir den zweiten Canyon noch nicht gesehen haben.
Auch im Norden waren wir noch nicht. Das wird aber auch jetzt nix. Da müsste wohl noch ein Urlaub her!
Immer wieder bin ich erstaunt, wie viele, auch große Fische in einer Koralle verschwinden können. Die sind einfach weg. Hohlräume ohne Ende!
Dieses Riff hier ist mit Löchern für ganz große Fische nur so übersäht! Löcher, Spalten, Canyons, Höhlen, Irrgärten, Stadien, Innenhöfe, Abkürzungen, Schluchten durch die Taucher passen, alles was das Herz begehrt. Einfach heiß!
Mit Solveig hatte ich die Route vom ersten Besuch bei jedem Folgenden erweitert. Wir haben uns durch Abkürzungen geschoben, in Löcher gequetscht, Wege erkundet und Sicherheit durch Fixpunkte erlangt.

Es ist lustig. Ein kleiner Riffbarsch stand immer an der gleichen Stelle. Bei jedem meiner vier Besuche haben wir trefflich miteinander gespielt. An einer Schwelle zwischen zwei „Innenhöfen“ sitzt der kleine mutige Kerl und verwehrt todesmutig den Weg zu Hof Zwei. So ein Einsatz muss natürlich mit der entsprechenden Aufmerksamkeit gewürdigt werden. Auch, wenn er von uns nichts zu befürchten hatte.
Ein anders Mal fanden wir im Dom einer Abkürzung einen riesigen Igelfisch. Er war so neugierig uns sogar ins Freie nach zu schwimmen. Mit seinen außen aufgesetzten Augen blickte er uns an und wedelte hoheitsvoll mit den Brustflossen. Im Fischführer schlug Solveig eine maximale Länge von 70 cm nach. Dann war das wohl der Papa der Population!

Heute aber wollen wir eine Höhle erkunden in die wir bisher nur mal rein gesehen hatten. Und auch ansonsten wollen wir im Inneren des Blockes Spaß haben. Draußen rum ist heute nicht!
Wir melden uns beim Briefing für eine entsprechend lange Zeit ab.

Nur kurz schauen wir auf 25 bei den Barrakuda vorbei, dann biegen wir zügig nach Süden ab.
Wir kennen den Weg. Jetzt zu Beginn ist Zeit kostbar.
In einer kleinen Schlucht zwischen Canyon eins und dem Freiwasser sind wir richtig.
Wir legen einen und einen zweiten Knoten und machen uns auf den Weg in den Schweizer Käse. Leicht strömt uns das Wasser entgegen. Das ist gut.
Wände wie aus Spritzbeton umgeben uns. Bei guter Sicht müssten die künstlichen Höhlen in Ibbenbühren ebenso aussehen.
Von links und oben fällt Licht in den Tunnel. Unsere Lampen brauchen wir nicht.
Mit dem Reel schwimme ich vornweg, Solveig folgt.
Das Licht schreibt Zeichen und Figuren auf den Boden und die Wände.
Geradeaus geht es immer nur sehr kurze Strecken. An den Richtungsänderungen befestige ich die Schnur. Etwas gespannt, nicht oben sondern seitlich, so das die Gefahr des Verhedderns nicht besteht und der Schnur auch immer gefolgt werden kann.
Das ist spannend!
Fische sind nicht viele zu sehen. Wenn, dann sind sie aber deutlich größer als der Durchschnitt hier. Wie der Feuerfisch, der sich eben in die Nische drückt.
Wenn der wüsste, dass wir auch Respekt haben!
Wir sind mitten im Korallenblock! Geil! Wir sind in Hochstimmung.
Und der Gang verzweigt sich weiter. Bestimmt gibt es eine Verbindung Richtung Norden.
Wir müssten eigentlich schon nahe an Stellen sein, die wir von der anderen Seite her kennen! Das genau herauszufinden wäre was! Nur – die Urlaubstage verrinnen ...
Wir werden es nicht schaffen.
Und nicht nur die Tage verrinnen auch die mitgeführten Resourcen. Wir haben noch mehr vor und mit unserer Ausrüstung sollten wir hier nicht mehr weiter.
Auf dem Rückweg habe ich Mühe mit der Schnur. Die Strömung schiebt schneller als gedacht. Da muss ich wohl die Schnur noch mal neu aufwickeln!

Wieder im Freien verstauen wir die Ausrüstung ordentlich und schießen ein Foto von der Schlucht die uns wieder ins Freiwasser führt.
Nur kurz sind wir draußen an der Riffkante ehe wir wieder im Gewirr der Gänge verschwinden. Unser Ziel ist ein kleiner abgelegener Kessel. Der Boden ist vollständig mit Korallen bewachsen und in der Mitte erhebt sich eine Formation, die an einen Springbrunnen erinnert.
Die bunten Fische bewegen sich darin wie in einem Gehege.
Wir hatten diesen Platz beim letzten Mal vom Sand her betaucht. Durch einen gebogenen Gang nach Süden schwimmend waren wir dann durch eine Spalte nach oben in den Kessel aufgestiegen. Unglaublich so etwas!
Dort wollen wir nochmals hin. Auf einem anderen Weg.
Ich bin mir sicher. Die Spalte aus dem Süden kommend führt auch da hinein.
Beim letzten Mal habe ich mich vorsichtig rückwärts wieder aus dem Spalt gearbeitet. Glaubte er sei zu eng.
Solveig, die sich das Ganze von genau hinten ansah meinte ich war nur etwas zu tief.
Da wollen wir doch noch einmal sehen ob was geht ohne die Ausrüstung unnötig zu zerschrammen. Wir sind gespannt!

Unser kleiner Freund an der Schwelle ist wieder aufgeregt als wir vorbei kommen. Nur ganz kurz spielen wir mit ihm und er nähert sich bis auf wenige Zentimeter meinem ausgestreckten Zeigefinger. In Ordnung! Du bist der Tapferste! Wir ziehen weiter.

Vor der Spalte stoppen wir. Schauen uns die Sache noch einmal an. Der Weg führt nicht gerade hindurch. Im oberen Teil scheint er tatsächlich etwas weiter zu sein. Ich überlege wie ich mich bewegen muss. Wir schauen uns an. Ich führe, Du folgst! Ok? Ok!
Ein wenig höher, die Arme schön nach vorn gestreckt. Gut so. Leicht auf die linke Seite drehen und in der Hüfte langsam einknicken. Passt!
Mit den Fingerspitzen gebe ich mir einen kleinen Impuls und ich bin durch. Geht doch!
Was macht Solveig? Gut sieht es aus als sie mir nachkommt.
Aber sind wir hier richtig?
Wir schauen uns genau um. Wie sieht der Durchgang von hier aus? So können wir ihn wieder finden, falls wir hier zurück müssen.
Als wir um die Ecke biegen sind wir am Ziel!
Jajaja! Wir sind genau in dem kleinen Kessel. Schwebend genießen wir die Ansicht und umrunden langsam den Springbrunnen. Einfach Klasse!
Von der Innenseite ist auf Anhieb kein Ausgang zu erkennen. Das beunruhigt uns nicht. Wir kennen jetzt den eben zurückgelegten Weg vom Süden her und den zum Sandgrund nach Norden. Er beginnt mit dem Abstieg durch ein unscheinbares Loch neben einer markanten Formation. Ich hab sie schon wieder erkannt.
Nun haben wir Zeit. Seitlich, Richtung Südwest, erkunden wir noch ein Stückchen Höhlengang ohne Abzweigungen und beschließen dann die Rückkehr. Kopf voran tauche ich in das Loch ab. Uuppps, das geht ab hier! Bisher war keine Strömung zu bemerken. Hier zieht es uns aber zügig hindurch. Ich brauche nichts zu machen außer mit den Flossen zu steuern. So geht es nach unten in den Gang auf die Linkskurve zu. Ohh, Gegenverkehr! Bremsen ist nicht. Die beiden Anderen haben uns gesehen und lassen uns vorbeirauschen.
Jippiiee – das macht Laune!
Am Ende des Ganges herrscht wieder Kugelfischalarm. Mindestens 10 Stück kugeln sich, wie der Name schon sagt, auf dem Sandgrund und verdrehen die Augen ob des Treibgutes, das da angeflogen kommt.
Im Freien verputzt eine Horde hungriger Fische verschiedener Arten einträchtig eine Qualle.
Sie ist nicht mehr rund. Sieht eher aus wie ein Regenschirm an dem zwischen den Streben teilweise der Stoff fehlt. Tentakel sind auch keine mehr zu sehen.
Ein herrlicher Tauchgang! Für uns, nicht für die Qualle!

An Land sind die meisten schon mit packen fertig.


... letztes Kapitel folgt ...


Kapitel 9 ... und damit letzter Abschnitt ...

Unter der Brandung

Go to North, rufen wir Hamata zu und halten uns gut fest. Voll ausgerüstet sitzen wir auf dem Zodiak und fliegen über das aufgewühlte Meer.
Es macht Spaß!
Unserem Fahrer auch. Er grinst über das ganze Gesicht als er uns über eine besonders große Welle schießt und das Gas weg nimmt damit die Schraube in der Luft nicht so jämmerlich heult. Klatschend schlagen wir im Wellental ein.
Give me more, schreien wir gegen den Wind.

Wir wollen uns mit der Strömung von Norden aus in Richtung Jetty tragen lassen. Wenn wir, nach ca. 70 Minuten, wieder abgeholt werden wollen, setzen wir die Boje. So ist es ausgemacht.

Heute geht die Brandung besonders hoch. Mit dem Boot können wir nicht sonderlich nahe an das Riff heran.
Kein Problem, die Küste ist fast immer im Westen ;-) Zeitgleich lassen wir uns rückwärts vom Boot in das aufgewühlte Wasser fallen.
Es wird ruhig. Aber nur akustisch.
Die Bewegung des Wassers setzt sich in die Tiefe fort. Selbst auf 15m Tiefe schaukeln wir noch beträchtlich auf und ab.
Gut das Solveig ihre Mittelchen gegen Seekrankheit genommen hat. Sonst wäre das hier nix! Leicht schiebt uns die Strömung nach Süden. Wir können entspannen.
Erstaunlich was für einen Einfluss das Wetter auf die Fischverteilung am Riff hat.
Wie durch dicke Fischsuppe gleiten wir dahin. Blicken wir nach oben, können wir nur aufgewühltes, von Luftblasen durchsetztes Wasser sehen. Alle die Fische die sonst oben stehen haben sich verdrückt. Lassen sich auf der gleichen Tiefe wie wir sanft schaukeln.
Die Welle hebt uns an, ausatmen. Sie geht zurück, einatmen. So versuchen wir in den Rhythmus des Meeres zu kommen um nicht kämpfen zu müssen.
Überwältigt drehen wir uns, lassen uns Füße voran schieben und genießen das Schauspiel.
So eine Pracht! Weichkorallen wiegen sich im Takt der Wellen. Die Fische haben sich zu riesigen Schwärmen zusammengeschlossen und bilden dichte Vorhänge. Und wir sind mitten drin, müssen nichts tun außer ab und an einen steuernden Flossenschlag. Genial!

In diesem Moment erwischt es mich!
Alarm, Alarm! Unkontrolliertes Steigen!

An einem kleinen Einschnitt hatte sich eine ziemliche Aufwärtsströmung eingestellt. Da war ich wohl nicht aufmerksam genug. Habe zuviel geträumt! So etwas könnte man ggf. sehen. Fische stehen da nicht, meiden solche Bereiche. Die wollen auch ihre Ruhe.

Kommando: Auftrieb verringern! Zischend und blubbernd entweicht die Luft aus dem Schnellablass. Ein kräftiger Flossenschlag bringt mich aus dem Aufwärtsstrom. Ehe ich wieder zu Solveig sinke schaue ich die Instrumente durch.
Junge, Junge, 7m Höhendifferenz! Slow-Warnung inclusive.
Ich schmunzle in mich rein. Das war doch mal was! Aber das nächste Mal bitte besser aufpassen.

Wir legen uns wieder in die Fischsuppe und lassen uns schaukeln. Tauchen ist geil!

Was ist das? Ich starre nach vorn. Ein großer Schatten voraus. Ich tippe Solveig an und stoße meinen Arm in Strömungsrichtung. Er kommt näher! Er ist es! Er kommt auf uns zu!
Der Napoleon!
Eilig schwimmt er gegen den Strom, bemerkt uns, schlägt einen Bogen unter uns hinweg und eilt weiter. Er hat wohl noch was vor. Aber er war da und wir haben ihn gesehen!
Wir schauen uns an und lachen.

Ein wenig weiter checken wir den Gasvorrat. Irgendwie sieht das Gelände hier bekannt aus. Sollten wir schon tatsächlich so weit sein?
Die Strömung ist wohl stärker als angenommen. Oder der Weg kürzer. Wie man es sieht.
Das muss hier die Brachfläche nördlich des Plateau sein.
Hmm, 60 bar noch. Das reicht! Nun beschließen wir doch etwas flacher zu gehen.
Siehe da, der kleine Knick im Riff reicht aus das Wasser hier deutlich ruhiger sein zu lassen.
Genau, da! Das Nordplateau! Wir liegen gut und können noch in Ruhe am Steg austauchen.
Jetzt wird unser Taxidriver aber Augen machen!
In voller Montur watscheln wir auf Hamata zu: Jaaa, wir sind schon da!
Und: sorry my friend, you ar the best! We have see napoleon! Thats home from napoleon, sage ich und verneige mich feierlich. Lachend schlägt uns Hamata auf die Schulter.


Seltsam! Mir ist einigermaßen wehmütig zumute. Alle sind da. Klopfen uns auf die Schulter, schütteln Hände und wir grinsen uns an. Als uns dann die Kerle noch an sich ziehen und uns links und rechts drücken muss ich schon mal schlucken ... Unser Urlaub ist zu Ende.
Hoffentlich ist der Schnee weg, wenn wir zu Hause ankommen.


-Ende-



Ich wünsche mir Euch gut unterhalten zu haben.
Gruß Uwe

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07. July 2009 17:38 - Rudolstadt

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